Fallbeispiel: Sportverein schafft Triple-Win für Hoyerswerda

Die Stadtpromenade in der Neustadt von Hoyerswerda hat mit Leerstand zu kämpfen. Die Idee eines lokalen Sportvereins brachte mitten in der Corona-Pandemie eine nachhaltige Lösung. Aus drei leerstehenden Ladengeschäften der Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda wird eine Sportstätte. Der Gesundheits- und Behindertensportverein FSG Medizin Hoyerswerda e.V. schafft so eine Win-Win-Win-Situation.

Das Projekt beweist, was trotz schwieriger Ausgangslage möglich ist

Wo vor einiger Zeit das letzte Solarium aufgeben musste und Handel eigentlich noch nie wirklich blühte, entstehen auf 400 Quadratmetern Kurs- und Büroräume für den Verein mit moderner Heiz- und Lüftungsanlage. Während kommunale Sporthallen durch Vereine meist nur abends frei sind, können sich die meist älteren Mitglieder nun bald auch am Vormittag und an Wochenenden im eigenen „Sportlerheim“ treffen – und das mitten in der Stadt. Der Verein und die Mitglieder schaffen in Eigenverantwortung eine Lösung für sich und das gesamte Umfeld. Für die kommunale Wohnungsgesellschaft ist eine langfristige Vermietung möglich, weshalb sie das Projekt schon in der Planung aktiv unterstützte. Die Stadt profitiert von einer nachhaltigen Belebung des Ortes. Gleich drei Ladengeschäfte werden zusammengelegt und behindertengerecht umgebaut.

“Das Projekt beweist, was trotz schwieriger Ausgangslage möglich ist, wenn sich viele Partner entschlossen für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Dass die Mitglieder zur Planung einer eigenen Sportstätte zugestimmt haben, ist vor dem Hintergrund von anderthalb Jahren Pandemie mutig und zukunftsweisend. Darauf bin ich besonders stolz.”, sagt die Vereinsvorsitzende Anke Stefaniak. Sie hatte am 13. Juli 2021 den Förderbescheid aus den Händen von Sachsens Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller erhalten. Auch im zuständigen Fachministerium sieht man die Initiative als beispielgebend.

Neben dem Freistaat Sachsen sind die Mitglieder selbst die größten Investoren. Die Sportförderung beträgt 80.000 Euro, knapp 50 Prozent der Gesamtinvestition von 165.000 Euro. Möglich wird das Projekt, weil die 350 Vereinsmitglieder über einige Jahre Rückstellungen für diesen Zweck angespart haben. 35.000 Euro steuert die Lausitzer Seenlandstiftung des Klinikums Hoyerswerda als Drittmittel bei. Innerhalb weniger Monate hatte der Verein alle maßgeblichen Akteure auf kommunaler und Landesebene überzeugt. Der Umbau beginnt noch im Herbst 2021. Ein vierter Gewinner steht auch schon fest: Das Blumengeschäft auf der Ecke, das sich auf hunderte Laufkunden zusätzlich freuen darf.